An die Brü­der und Schwe­stern, die unter dem Wort ste­hen,

Pater Berndt – so nen­nen mich man­che, nicht weil ich ein Amt tra­ge, son­dern weil ich ein Mann bin, der gelernt hat, unter dem Wort zu ste­hen und aus die­sem Wort her­aus zu spre­chen. Ich schrei­be nicht als Gelehr­ter, nicht als Theo­lo­ge im aka­de­mi­schen Sinn, nicht als jemand, der sich über die Kir­che stellt. Ich schrei­be als einer, der selbst von Chri­stus gefun­den wur­de, der selbst durch Täler gegan­gen ist, der selbst die Schär­fe und den Trost des Evan­ge­li­ums erfah­ren hat. Ich schrei­be als Bru­der, als Mah­ner, als Hören­der, als einer, der die Kir­che liebt, weil Chri­stus sie liebt.

Die Brie­fe, die du hier fin­dest, sind nicht ein­fach Blog­tex­te. Sie sind kei­ne Arti­kel, kei­ne Kom­men­ta­re, kei­ne theo­lo­gi­schen Essays. Sie sind Brie­fe – bewusst, per­sön­lich, direkt. Ich habe mich ent­schie­den, die­se Form zu wäh­len, weil die Schrift selbst in Brie­fen spricht. Die Apo­stel schrie­ben nicht neu­tra­le Abhand­lun­gen, son­dern Wor­te an kon­kre­te Men­schen, an kon­kre­te Gemein­den, an kon­kre­te Her­zen. Sie schrie­ben in einer Form, die trägt, die ruft, die trö­stet, die kor­ri­giert, die auf­rich­tet. Die­se Form ist nicht ver­al­tet. Sie ist zeit­los. Sie ist leben­dig. Sie ist die Form, in der das Evan­ge­li­um selbst zu uns kommt.

Ich schrei­be die­se Brie­fe, weil ich glau­be, dass die Kir­che unse­rer Zeit eine ande­re Art des Spre­chens braucht. Nicht schnel­ler, nicht lau­ter, nicht moder­ner – son­dern tie­fer. Nicht mehr Mei­nun­gen, son­dern mehr Schrift. Nicht mehr reli­giö­se Unter­hal­tung, son­dern mehr Wahr­heit. Nicht mehr spi­ri­tu­el­le Selbst­op­ti­mie­rung, son­dern mehr Chri­stus. Ich sehe eine Kir­che, die müde gewor­den ist, die sich anpasst, die sich selbst ver­liert, die sich nach Klar­heit sehnt und doch oft nicht den Mut hat, sie aus­zu­spre­chen. Ich sehe Gemein­den, die sich nach Trost seh­nen, nach Ori­en­tie­rung, nach einem Wort, das nicht weich­ge­spült ist, son­dern trägt. Ich sehe Men­schen, die Gott suchen, aber nicht wis­sen, wie man ihn fin­det, weil die Stim­men der Welt lau­ter sind als die Stim­me des Evan­ge­li­ums.

Dar­um schrei­be ich. Nicht, weil ich fer­tig bin, son­dern weil ich unter­wegs bin. Nicht, weil ich stark bin, son­dern weil ich schwach bin und Chri­stus mei­ne Stär­ke ist. Nicht, weil ich alles ver­ste­he, son­dern weil ich selbst jeden Tag neu ler­nen muss, was es heißt, unter dem Wort zu ste­hen. Ich schrei­be die­se Brie­fe als einer, der selbst ver­wun­det ist, der selbst ringt, der selbst fragt, der selbst hofft. Ich schrei­be nicht von oben her­ab, son­dern von innen her­aus. Ich schrei­be nicht als Rich­ter, son­dern als einer, der selbst auf Gna­de ange­wie­sen ist.

Die Brie­fe auf Epi­sto­la Eccle­siae sind ein Ruf – nicht zu mir, son­dern zu Chri­stus. Ein Ruf zur Umkehr, wo wir uns ver­irrt haben. Ein Ruf zur Gna­de, wo wir uns selbst ver­ur­tei­len. Ein Ruf zur Klar­heit, wo wir uns im Nebel ver­lie­ren. Ein Ruf zur Treue, wo wir dem Evan­ge­li­um aus­ge­wi­chen sind. Ein Ruf zur Hoff­nung, wo die Dun­kel­heit schwer gewor­den ist. Jeder Brief ist ein Ver­such, die Kir­che nicht zu kri­ti­sie­ren, son­dern zu lie­ben. Nicht zu ver­ur­tei­len, son­dern zu wecken. Nicht zu beleh­ren, son­dern zu beglei­ten.

Ich schrei­be an dich, der du die­se Zei­len liest. Du bist nicht zufäl­lig hier. Viel­leicht trägst du Fra­gen, viel­leicht Wun­den, viel­leicht Sehn­sucht, viel­leicht Müdig­keit. Viel­leicht suchst du ein Wort, das nicht nur infor­miert, son­dern spricht. Ein Wort, das nicht nur erklärt, son­dern trifft. Ein Wort, das nicht nur beschreibt, son­dern ruft. Wenn du die­se Brie­fe liest, dann lies lang­sam. Lies betend. Lies mit der Schrift neben dir. Lies mit der Bereit­schaft, dich berüh­ren zu las­sen. Lies mit der Frei­heit, zu wider­spre­chen, zu rin­gen, zu prü­fen. Lies mit der Hoff­nung, dass Chri­stus selbst dich anspricht.

Ich bin Pater Berndt – nicht als Titel, son­dern als Hal­tung. Ein Bru­der, der schreibt. Ein Pil­ger, der hört. Ein Luthe­ra­ner, der glaubt, dass die Kir­che nur dann lebt, wenn sie unter dem Wort bleibt. Ein Mann, der die Brief­form gewählt hat, weil sie den Leser nicht als Mas­se anspricht, son­dern als See­le. Ein Schrei­ber, der hofft, dass jeder Brief ein klei­nes Licht ist, das in die Dun­kel­heit fällt.

Wenn du hier liest, dann weißt du: Die­se Brie­fe sind nicht ein­fach Wor­te. Sie sind eine Ein­la­dung. Eine Ein­la­dung zur Tie­fe. Eine Ein­la­dung zur Wahr­heit. Eine Ein­la­dung zu Chri­stus. Eine Ein­la­dung an die Kir­che, die er liebt. Eine Ein­la­dung an dich, der du die­se Zei­len liest.

Pater Berndt

Wir glau­ben und beken­nen:

Apo­sto­li­sches Glau­bens­be­kennt­nis

Ich glau­be an Gott, den Vater, den All­mäch­ti­gen, den Schöp­fer des Him­mels und der Erde. Und an Jesus Chri­stus, sei­nen ein­ge­bo­re­nen Sohn, unsern Herrn, emp­fan­gen durch den Hei­li­gen Geist, gebo­ren von der Jung­frau Maria, gelit­ten unter Pon­ti­us Pila­tus, gekreu­zigt, gestor­ben und begra­ben, hin­ab­ge­stie­gen in das Reich des Todes, am drit­ten Tage auf­er­stan­den von den Toten, auf­ge­fah­ren in den Him­mel; er sitzt zur Rech­ten Got­tes, des all­mäch­ti­gen Vaters; von dort wird er kom­men, zu rich­ten die Leben­den und die Toten. Ich glau­be an den Hei­li­gen Geist, die hei­li­ge christ­li­che Kir­che, Gemein­schaft der Hei­li­gen, Ver­ge­bung der Sün­den, Auf­er­ste­hung der Toten und das ewi­ge Leben. Amen.

Nizä­ni­sches Glau­bens­be­kennt­nis

Wir glau­ben an den einen Gott, den Vater, den All­mäch­ti­gen, der alles geschaf­fen hat, Him­mel und Erde, die sicht­ba­re und die unsicht­ba­re Welt. Und an den einen Herrn Jesus Chri­stus, Got­tes ein­ge­bo­re­nen Sohn, aus dem Vater gebo­ren vor aller Zeit: Gott von Gott, Licht vom Licht, wah­rer Gott vom wah­ren Gott, gezeugt, nicht geschaf­fen, eines Wesens mit dem Vater; durch ihn ist alles geschaf­fen.

Für uns Men­schen und zu unserm Heil ist er vom Him­mel gekom­men, hat Fleisch ange­nom­men durch den Hei­li­gen Geist von der Jung­frau Maria und ist Mensch gewor­den. Er wur­de für uns gekreu­zigt unter Pon­ti­us Pila­tus, hat gelit­ten und ist begra­ben wor­den, ist am drit­ten Tage auf­er­stan­den nach der Schrift und auf­ge­fah­ren in den Him­mel. Er sitzt zur Rech­ten des Vaters und wird wie­der­kom­men in Herr­lich­keit, zu rich­ten die Leben­den und die Toten; sei­ner Herr­schaft wird kein Ende sein.

Wir glau­ben an den Hei­li­gen Geist, der Herr ist und leben­dig macht, der aus dem Vater und dem Sohn her­vor­geht, der mit dem Vater und dem Sohn ange­be­tet und ver­herr­licht wird, der gespro­chen hat durch die Pro­phe­ten, und die eine, hei­li­ge, christ­li­che und apo­sto­li­sche Kir­che. Wir beken­nen die eine Tau­fe zur Ver­ge­bung der Sün­den. Wir erwar­ten die Auf­er­ste­hung der Toten und das Leben der kom­men­den Welt. Amen.